Wie muss ein Hundegeschirr sitzen?

28. Jän 2021 | Hunde

Du möchtest ein gut sitzendes Hundegeschirr kaufen und hast online oder im Hundeshop deines Vertrauens die Hundegeschirre durchgeschaut? Oh Schreck – da gibt es ja einige Auswahl! Auf was also achten? Wie muss ein Hundegeschirr sitzen, damit es dem Hundeliebling passt? Schön, dass du dich genauer erkundigen möchtest und auf diesem Blog gelandet bist. Bei der Auswahl des passendes Hundegeschirres kann man nämlich ganz schön viel falsch machen!

Welche Geschirr-Arten gibt es?

Prinzipiell sind im Handel 5 Arten von Hundegeschirren für den Alltag erhältlich:

  1. Norwegergeschirr
  2. Sattelgeschirr
  3. Step-In-Geschirr
  4. Führgeschirr (insbesondere H-, Y- und X-Geschirre)
  5. Sicherheitsgeschirr 

Jede Geschirr-Art hat seine Vor- und Nachteile, die bei der Geschirr-Auswahl abgewogen werden müssen. Ich möchte dir im Folgenden einen Kurzüberblick über das Wichtigste geben:

Norweger-Geschirr und Sattelgeschirr

Der große Vorteil von Norweger- und Sattelgeschirren ist, dass kein Bruststeg vorhanden ist, der zwischen den Beinen durchgeht und es deshalb dem Hund schnell und bequem angezogen werden kann. Der große Nachteil ist allerdings, dass durch den Schnitt des vorderen Gurtes keine Schulterfreiheit gegeben ist und bei Zug sogar noch mehr Druck auf den empfindlichen Schulterbereich kommt. Je nach Leinenwinkel kann dieser Halsgurt auch verrutschen und somit nicht mehr auf dem tragfähigen Brustbein aufliegen, sondern zu weit nach oben in den Weichbereich des Halses Schmerzen und Schaden verursachen. 

Step-In-Geschirre

Das Step-In Geschirr ist ebenfalls sehr praktisch, wenn es ums Hineinschlüpfen geht. Es kann quasi wie eine Hose angezogen werden und wird oben im Nackenbereich verschlossen. Es besteht meist aus weichen Meshmaterial, das besonders anschmiegsam und bequem wirkt. Der Nachteil ist damit aber auch, dass es weniger standhaft ist und sich bei Zug leichter verzieht und so in den Schulterbereich und die Achseln einschneiden kann. Step-In-Geschirre aus Gurtmaterial sind auch nicht besser, da sie meistens ganz blöd auf die Schulter rutschen.

Führgeschirr

Die sogenannten klassischen Führgeschirre geben da mehr Schulterfreiheit und bei passender Einstellung auch Achselfreiheit. Führgeschirre gibt es wiederum in unterschiedlichen Macharten. Prinzipiell sind die häufigsten Führgeschirre die H-Geschirre und die Y-Geschirre, die oft verwechselt werden bzw. als ein und dasselbe angesehen werden. Das verwirrende ist nämlich, dass es beide Geschirrtypen auch mit einem vorderen Brustring gibt und damit auch das H-Geschirr einen Y-Ausschnitt bekommt.

Wie muss ein Hundegeschirr sitzen?

Das kommt sehr darauf an, welchen Körperbau dein Hund hat. Da kann es etwa nötig sein, dass der Rückensteg für kurzrückige Hunde (wie Mops, Französische Bulldogge etc.) kürzer ist, für schmale Hunderassen (wie Windhunde oder manche Jagdhunde) ein sogenanntes Kreuzgeschirr die Schulterfreiheit garantiert bzw. ein „zur Seite rutschen“ verhindert.

Im Allgemeinen ist ein Führgeschirr mit einem Y-Schnitt den anderen Geschirr-Arten, wie Norwegergeschirr, Sattelgeschirr und Step-In-Geschirr vorzuziehen, da eben die Passform am besten ist. Das heißt nicht, dass dein Hund sofortige Gesundheitsschäden davonträgt, wenn er ab und zu eins der vorgenannten Geschirr-Arten trägt. Es kann aber sein, dass dein Hund still leidet und seine Schmerzen ganz leise erträgt. Das wirkt sich natürlich umso schlimmer aus, wenn das Geschirr nicht ordentlich sitzt oder durch Leineziehen ständig viel Druck am Geschirr ist.

Hundegeschirr richtig einstellen

Das Hundegeschirr richtig einzustellen ist gar nicht so leicht, wie man sich denkt. Grundlegend solltest du auf folgende Punkte achten:

  • Bewegungsfreiheit von Schulterbereich und Halsung 
  • Aufliegen des Brustgurtes am Brustkorb
  • Abstand zum Ellbogen – Achselfreiheit
  • Verstellbarkeit der Gurte für die Anpassung der Feinheiten
  • Polsterung der Schnallen und Karabiner-Kaken

Wichtig ist, dass so ein Hundegeschirr nicht nur im Stand, sondern auch im Alltag sitzt. Mach also unbedingt einen Zugbelastungs-Test und sieh dir an, wie sich die Passform des Geschirrs dann verändert.

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Möchtest du noch mehr zum Thema erfahren und dich mit mehr Bildern und Videos zum Thema Geschirr fortbilden, dann empfehle ich dir mein gratis Webinar „Alles über Hunde-Geschirre!“, wo ich dir alles Wichtige in kompakten, aber informativen 23 Minuten zusammengefasst habe. So behältst du im Geschirr-Dschungel den Überblick.

Bist du dir trotzdem unsicher, ob deinem Hund sein Geschirr passt, oder nicht, dann kannst du dich auch gerne von mir beraten lassen. Ich helfe dir gerne bei der Geschirr-Auswahl und beim Feintuning des Sitzes. Auch bei H- und Y-Geschirren kann man bei der Einstellung gehörig etwas falsch machen. Buche dazu einfach einen Bild-/ Videoanalyse.

Zeigt dein Hund bereits Meideverhalten und will sein Geschirr nicht anziehen – er versteckt sich oder schnappt nach dem Geschirr beim Anziehversuch, dann sollten deine Alarmglocken schrillen. Es gilt die Ursachen zu erforschen, wieso dein Hund sein Geschirr nicht mag und zu lösen. Auch dabei helfe ich dir gerne im Online Mini-Kurs „Geschirr mit Freude anziehen“.

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Hallo! Ich bin Doris, Mensch-Tier-Coach und Verhaltensbiologin

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