Rasse-Stempel bei Hunden: Welche Rasse steckt in Tierheim Hunde?

Bei vielen Tierheimhunden sind die Elterntiere unbekannt und deshalb die Rasse bzw. der Rassen-Mix nicht nachvollziehbar. Oft geben die Tierheimmitarbeiter dann wegen des Aussehens des Hundes eine Vermutung über die enthaltenen Rassen ab. Wie richtig diese mit ihrer Rassenprognose liegen, haben Wissenschaftler nun bei über 900 Tierheimhunden mittel Hunde DNA Test* untersucht: Nur etwa 10% der Tierheimmitarbeiter konnten mindestens zwei enthaltene Rassen richtig identifizieren. Solche Fehlinterpretationen über die Hunderasse kann insbesondere bei Tierheim Hunde eine verheerende Auswirkung auf ihre Vermittlungschancen haben.

Tierheim Hunde

Welche Rassen-Mixe sind Tierheim Hunde?

Bei Ungewissheit über die Abstammung, wird dem Hund aufgrund seines Aussehens eine Hunderasse unterstellt. Und mit dieser auch bestimmte Rasse-Eigenschaften und Eigenheiten. Der DNA-Test verriet die Rassen-Abstammung über 3 Generationen. Gesamt wurden 125 verschiedene Rassen identifiziert.

Die drei häufigsten Rassen waren

  • American Staffordshire Terrier
  • Chihuahua und
  • Pudel

Fast die Hälfte der Testergebnisse der DNA-Analyse* enthielt diese 3 Rassen. Nur etwa 5% der Tierheim Hunde waren reinrassig. Im Schnitt steckten 3 verschiedene Rassen in jedem der Tierheim Hunde. Manche hatten jedoch bis zu 5 Rassen in der Abstammung ihrer Ururgroßeltern.

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Die Gewissheit über die Hunderasse ist vielen Menschen sehr wichtig!

Die Rasse hat für uns Menschen eine große Rolle in der Wahrnehmung der Hunde. “Welche Rasse ist er?”, ist eine häufige erste Frage über einen Hund. Die Antwort ist oft sehr unpräzise. Die Rassen-Mixe machen es den Tierheimmitarbeitern beim Rassen-Raten nicht leicht. Die Tierheime der amerikanischen Studie beurteilten die Rasse aufgrund des Aussehens und den anerkannten Rassebeschreibungen der Hundezüchtervereinigung. Dabei wurde jeweils eine Hauptrasse bestimmt und eine zweite mögliche Hunderasse. Die Tierheimmitarbeiter lagen in ihrer Einschätzung zu 67% bei einer Rasse richtig, jedoch tippten bei der zweiten Rasse nur mehr 10% auf die passende.

Bestimmte Tierheim Hunde Rassen warten länger!

Die Zuweisung einer Hunderasse bei Tierheimhunden ist üblich, jedoch kann dies eine unbeabsichtigte negative Konsequenz für den Tierheiminsassen haben. So warteten laut einer anderen Studie etwa Hunde, die als Pit-Bull-artig bezeichnet wurden drei mal länger im Tierheim, als andere Hunderassen. Ein Tierheim in Phoenix hat kürzlich deshalb sogar aufgehört, die Rasse der Tierheimhunde öffentlich auszuschreiben. Diese wird nur noch auf Verlangen bekanntgegeben.

Besser individuelle Eigenschaften statt Hunderassen-Schublade!

Abgesehen davon, ob wirklich diese Rasse im Hund steckt, ist die Zuweisung von bestimmten Charaktereigenschaften für Rassen oft ungenau. Die Genetik von Mischlingen macht es nochmal schwerer, einem Hund bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben. Außerdem kann es sein, dass ein Mischling aus zwei Rassen ganz anders ist, als seine Elterntiere. Deshalb ist es besser, dass das Verhalten des individuellen Hundes angeschaut wird, als den Hund in eine Rasse-Schublade zu stecken. Was wirklich zählt, ist schließlich, wie sich der Hund verhält und wie gut er zu seiner zukünftigen Familie passt.

Besonders Mischlingshunde sind durch ihre verschiedenen Rassenanteile einzigartig. Und du adoptierst keinen Schäferhund oder Mops, sondern einen ganz besonderen Hund, nämlich deinen!

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Weiterlesen: Hass auf Hunde, Katzen & Co: Tierperspektive gegen Tierhasser

Literatur:
Lisa M. Gunter, Rebecca T. Barber, Clive D. L. Wynne. A canine identity crisis: Genetic breed heritage testing of shelter dogs, 2018; 13 (8): e0202633

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