Kinofilm Patrick Mops 2018 – Hunde Boom durch Disney-Effekt?

Der Film für alle Hunde und Mops Liebhaber startet heute (11.08.2018) in den deutschen Kinos. Der süße, freche Mops Patrick bringt dabei das Leben einer jungen Frau gehörig durcheinander. Die Disney Produktion verzaubert damit auch wieder viele Zuseher beim Kinofilm Patrick Mops. Das traurig daran ist, dass der “Disney-Effekt” wieder viel Tierleid verursachen könnte.

3 Fakten, die du deshalb unbedingt vor dem Filmsehen wissen solltest!

Kinofilm Patrick Mops

Fakt 1 Kinofilm Patrick Mops

Disney-Effekt löst Boom von Hunderassen aus!

Viele Menschen kaufen sich unüberlegt neue Haustiere, weil ihnen der Tierstar im Kinofilm so gut gefällt. Der “Disney-Effekt” beschreibt also die Tatsache, dass die Tierstars der Kinofilme die Kinobesucher und vielleicht sogar dich so verzaubern, dass im Menschenhirn ein “Will-Haben”-Mechanismus ausgelöst wird. Dieser “Disney-Effekt” hat sich auch schon bei anderen Disney-Filmen gezeigt. “101 Dalmatiner” ist ein Vorzeigebeispiel, aber auch “Ein Schweinchen namens Babe” hat damals z.B. neben einer kleinen Kaufwelle an Mini-Schweinen vor allem auch Border Collies bekannt gemacht.

Eine Überzüchtung des Mopses und Massenvermehrung ist die Folge!

Deshalb kann also dieses Jahr durch den Kinofilm Patrick Mops ein Mops Boom starten. Dadurch, dass die neue Trend-Rasse dann viele, viele Menschen kaufen, vermehren (illegalen) dubiose Züchter die Hunde. Außerdem verschwindet (die sowieso schon angeschlagene) Gesundheit der Hunderasse Mops durch die Überzüchtung wohl vollkommen.

Fakt 2 Kinofilm Patrick Mops

Aufklärungsarbeit im Zuge des Kinofilms über Möpse

Durch die vorhergehenden Tier-Booms durch den “Disney-Effekt” sind Tierschützer bereits wachgerüttelt. Die Tierschutzorganisation “Brachycephalic Working Group BWG” hat zum Beispiel den Disney-Konzern aufgefordert, aktiv gegen die negativen Effekte für die Gesundheit der Hunderasse Mops durch den neuen Kinofilm Patrick Mops vorzugehen. Die Filmemacher haben auch bereits zugestimmt, im Nachspann des Films eine Information über die Gesundheitsprobleme von der Hunderasse Mops zu veröffentlichen. Außerdem sollen in England Flyer für Journalisten und Kinofilmbesucher bereitgestellt werden. Disney hat außerdem verkündet, dass kein Marketingmaterial einen Mops in Kleidung zeigen wird und keine Fanartikel verkauft werden.

Aber ob diese Dinge wirklich vom Disney-Konzern umgesetzt werden und ob es etwas bringt, wird sich er nach und nach zeigen!

Kinofilm Patrick Mops

Fakt 3 Kinofilm Patrick Mops

“Süße” Gesundheitsprobleme vom Mops werden als normal angenommen!

Auch der Fakt, dass die Qualzuchtmerkmale im Film als etwas ganz normales und süßes dargestellt werden, lässt uns Menschen die Probleme der Hunde noch mehr übersehen und falsch einschätzen. So schnarcht Mops Patrick, hat Atemaussetzer beim Schlafen, ist bewegungsfaul und hat hervorstehende Augen. Das macht ihn zu einem liebenswerten, angenehmen Freizeitgenossen, insbesondere für Sportmuffel. Dass durch die gewillte Zucht des Mopses mit seinem typischen Aussehen und Charaktereigenschaften große Gesundheitsprobleme stecken, blenden wir aus.

Gesundheitsprobleme der Qualzuchtrasse Mops

Der Mops hat eine rundliche Schädelform mit einer äußerst kurzen Schnauze. Diese gezüchtete Missbildung bedingt, dass der Hund nur schwer atmen kann. Das brachyzephale (Atemwegs-)Syndrom kostet besorgte Mopsbesitzer einiges an Nerven und Geld. Denn ein Tierarzt muss durch chirurgische Eingriffe Nase, Gaumensegel etc. korrigieren, wenn er nicht will, dass sein zu kurznasiger Hund irgendwann qualvoll erstickt. Eine angeschwollene, blaue Zunge, blaurote Schleimhäute und Erstickungsanfälle sind die extremeren Symptome der Atemnot. Heftiges Atmen mit abgestellten Ellbogen und Pressatmung unter Einsatz der Bauchmuskeln, Atemgeräusche wie Scharchen oder Pfeifen und Bewegungsunlust mit häufigen Hinsetzen beim Spaziergang die anderen.

Noch mehr Gesundheitsprobleme der Qualzuchtrasse Mops

Außerdem ist bei vielen Möpsen die Zunge zu groß für das Maul, die vielen Falten im Gesicht entzünden sich regelmäßig und die großen, runden Glupschaugen neigen aufgrund eines verengten Tränennasenkanals zu ständigen Tränenfluss. Chronische Augenentzündungen entstehen, weil oft das untere Augenlid zum Auge hin eingerollt ist und die Wimpern es so ständig reizen. Auch die Wirbelsäule vom Mops ist deformiert und Schmerzen, Ataxie und Inkontinenz können die Folge sein. Besonders gefährdet sind übrigens jene Hunde, die eine doppelt aufgerollte Rute besitzen.
Auch der kleine runde Kopf kann den Abfluss des Gehirnwassers behindern und einen Wasserkopf entstehen lassen. Weitere Gesundheitsprobleme sind Schwergeburt, also die Notwendigkeit eines Kaiserschnittes, da der Kopf der Mopswelpen für eine normale Geburt zu groß sind und Kiefer- und Zahnprobleme. Die fehlerhafte Zahnstellung behindert den Hund nicht nur beim Trinken und Fressen, sondern kann besonders im Wachstum bei Jungtieren Schmerzen verursachen. Viele Möpse sind außerdem zu moppelig und leiden unter Übergewicht. Dies verstärkt die Probleme mit Atmung bei Hitze noch einmal.

Kinofilm Patrick Mops

Fazit – Moderasse Mops im Kinofilm Patrick Mops

Abschließend mag gesagt sein, dass nicht jeder Mops unbedingt eine gravierende Qualzucht ist. Retro-Möpse mit einer längeren Schnauze leben z.B. deutlich gesünder und können ein glücklicheres Hundeleben führen. Verantwortungsvolle Mops-Züchter schauen mehr auf ihre Zuchttiere. So muss etwa beim Deutschen Mopsclub eV (DMC) ein Hund zur Zuchtzulassung beim sogenannten Stresstest in maximal 11 Minuten eine Stecke von 1 km zurücklegen, wonach seine Atmung und Herzrate überprüft wird. Es gibt also durchaus gesunde Möpse – jedoch sollte dir bewusst sein, dass jeder Mops durch seinen speziellen Körperbau mehr oder weniger eingeschränkt ist!

Bitte denk beim Schauen des Kinofilms Patrick Mops auch an die negativen Seiten und rede mit Freunden und Bekannten über die Problematik Qualzucht beim Mops. Nur durch Aufklärung und bewusstes Handeln können die Qualzucht-Probleme verbessert werden! Schau nicht weg und teile diesen Beitrag, um mehr Mensch über dieses Tierschutz-Thema zu informieren!

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Weiterlesen: Hunde verstehen: Wie kommuniziere ich mit meinem Hund und er mit mir?

Literatur:
Bartels A., Martin V., Bidoli E., Steigmeier-Raith S., Brühschwein A., Reese S., Köstlin R. und Erhard M. (2015): Brachycepahlic Problems of pugs relevant to animal welfare, Animal Welfare 24: 327-333.
Mackensen H., Furler-Mihali A., Moritz J., Rickert D. und Cermak R. (2017): Beurteilung von brachyzephalen Hunderassen hinsichtlich Qualzuchtmerkmalen am Beispilel des Mopses, Deutsches Tierärzteblatt, 7, 65: 910-915, vollständiger Artikel;