Mag mein Hund Katzen?
Wenn ein Hund im Haushalt lebt und eine Katze einziehen soll (oder umgekehrt), ist die große Frage:
Werden sich die beiden verstehen – oder endet es im Chaos?
Man wünscht sich, dass Hund und Katze friedlich nebeneinander schlafen, aber oft ist das erste Kennenlernen angespannt. Manche Tiere mögen sich sofort, andere brauchen Zeit, wieder andere bleiben Rivalen. Doch wie kannst du vorher erkennen, ob dein Hund Katzen mag – bevor du die neue Mitbewohnerin einziehen lässt?
🧠 Was Forschung dazu sagt
Amerikanische Forscher:innen wollten wissen, ob sich die Reaktion eines Hundes auf Katzen voraussagen lässt, ohne eine echte Katze einzusetzen – zum Beispiel bei Tierheimhunden, deren Vorgeschichte unklar ist.
Dafür entwickelten sie eine katzenfreundliche Testmethode:
eine bewegliche Katzenattrappe mit Katzengeräuschen und dem Geruch von Katzenurin. So konnten sie beobachten, wie Hunde auf optische, akustische und olfaktorische Reize reagieren – ohne echte Katze zu stressen.
👉 Ergebnis:
Die meisten Hunde interessierten sich deutlich länger für Katzengeräusche und die bewegliche Attrappe als für neutrale Gegenstände.
Besonders spannend: Hunde, die in der Vergangenheit bereits Kleintiere oder Katzen gejagt hatten, reagierten vor allem auf das Miauen – das schien der wichtigste Auslöser zu sein.
Das bedeutet: Schon Geräusche können zeigen, ob dein Hund in Bezug auf Katzen eher neugierig oder angespannt reagiert.
🐶 So kannst du testen, ob dein Hund Katzen mag
Du brauchst keine Laborbedingungen oder Spielzeugkatze – schon kleine Alltagstests geben Hinweise.
1. Katzengeräusche abspielen
Lege kurze Audiosequenzen mit Miauen ein (z. B. von YouTube) und beobachte deinen Hund.
Bleibt er ruhig, hört zu, schaut neugierig → gut.
Wird er steif, starrt oder bellt → Anspannung.
2. Gerüche einführen
Wenn du die Möglichkeit hast, nimm ein Tuch, auf dem eine Katze geschlafen hat.
Lege es in den Wohnraum und beobachte:
Schnüffeln, Neugier, Weggehen → neutral oder interessiert.
Fixieren, Knurren, „einfrieren“ → Vorsicht, langsam heranführen.
3. Körpersprache lesen
Achte auf Rutenhaltung, Muskelspannung und Blickrichtung.
Ein Hund, der Katzen mag, bleibt locker, meidet keine Bewegung –
einer, der sie nicht kennt oder meidet, kann unruhig oder überdreht werden.
Diese kleinen Beobachtungen ersetzen keine Garantie, aber sie helfen, das erste Treffen bewusst und sicher zu gestalten.
🏡 Vorbereitung auf das Zusammenleben
Wenn eine Katze einziehen soll, plane das Kennenlernen schrittweise:
Gerüche tauschen (Decke, Körbchen)
Katze zuerst sichern, Hund an der Leine
Begegnungen kurz halten und positiv ausklingen lassen
Räume schaffen, in die sich die Katze zurückziehen kann
Das Wichtigste: Geduld.
Hunde müssen Katzen als „Mitbewohner“ erst lernen – und Katzen dürfen Zeit brauchen, um Vertrauen zu fassen.

💬 Fazit
Die Studie zeigt, dass Hunde Katzen anhand von Aussehen und Geräuschen unterscheiden können – und dass bereits das Miauen viel über ihre Reaktion verrät.
Mit kleinen Tests und klarer Beobachtung kannst du herausfinden, wie dein Hund auf Katzen reagiert, und ihn gezielt auf das neue Familienmitglied vorbereiten.
Wenn du dir unsicher bist, wie du Hund und Katze aneinander gewöhnst,
unterstütze ich dich gern Schritt für Schritt – mit Blick auf beide Seiten.
🌿 Online-Beratung oder Vor-Ort-Coaching:
Wir entwickeln gemeinsam euren Plan für ein harmonisches Zuhause mit Hund & Katze.
Literatur:
Hoffman, Christy L.,Workman, Miranda K., Roberts, Natalie, Handley, Stephanie, Dogs’ rto visual, auditory, and olfactory cat-related cues.Applied Animal Behaviour Science http://dx.doi.org/10.1016/j.applanim.2016.12.016
